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Häufige Vorstellungsgründe

Mein Hund / meine Katze trinkt zu viel: Polydipsie

Wenn Sie das Gefühl haben, dass ihr Hund oder Ihre Katze sehr viel mehr als üblich trinkt, so sollten sie zunächst einmal Ihr Bauchgefühl überprüfen und über einige Tage die Trinkmenge des Tieres messen. Hierzu ist ein Trinktagebuch ideal, in dem für jeden Tag Trinkmenge und Trinkverhalten notiert werden. Eine kleine Tabelle mit Datum, aufgenommener Wassermenge und einem Extrafeld für zusätzliche Beobachtungen ist völlig ausreichend, um dem Tierarzt einen ersten Überblick über die Situation zu verschaffen.

Wieviel trinken Hunde oder Katzen?

Aber wie viel ist nun eigentlich „zu viel“? Als Faustregel gilt: gesunde Hunde trinken täglich bis zu 90 ml pro Kilogramm Körpergewicht, bei Katzen sind dies im Durchschnitt 45 ml pro Kilogramm. Eine normal große Katze von 4,5 Kilo Körpergewicht sollte also eine Wasseraufnahme von bis zu 200 ml am Tag zeigen. Achtung: Bitte die Wassermenge im Feuchtfutter nicht vergessen! Katzen, die ausschließlich Trockenfutter aufnehmen müssen ihren gesamten Flüssigkeitsbedarf wirklich beim Trinken aufnehmen, während Feuchtfutter-Fanatiker einen Großteil ihres Bedarfs beim Fressen decken. Ein 20 kg schwerer Hund kann täglich sogar bis zu zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, ohne das dies besorgniserregend wäre. An sehr warmen Tagen, an denen der Hund den ganzen Tag aktiv war, kann diese Zahl natürlich auch einmal überschritten werden.

Diese Referenzwerte sind jedoch nicht hundertprozentig aussagekräftig. Auch eine laut Formel noch normale Trinkmenge kann besorgniserregend sein, wenn Ihre Katze oder Ihr Hund ganz plötzlich anfängt, deutlich mehr zu trinken!

Hund oder Katze trinkt zu viel, mögliche Erkrankungen

Wenn sich die Trinkmenge ihres Tieres also plötzlich erhöht oder Tag für Tag weit über den angegebenen Richtwerten liegt, so weist dies wahrscheinlich auf ein gesundheitliches Problem hin. Leider ist eine erhöhte Trinkmenge ein sehr unspezifisches Symptom. In der Tiermedizin sind über 30 Erkrankungen bekannt, die mit vermehrtem Trinken und Urinabsatz (die so genannte PU/PD: Polyurie/Polydipsie) einhergehen. Die häufigsten hiervon sind:

  • Diabetes mellitus: Die klassische Zuckerkrankheit
  • Probleme mit der Nebenniere: Morbus Cushing, Morbus Addison
  • chronische Niereninsuffizienz: CNI
  • akute Niereninsuffizienz: ANI
  • Diabetes insipidus
  • Nierenentzündungen
  • Blasenentzündungen
  • Herzbeutelergüsse
  • Schilddrüsen-Überfunktion Hyperthyreose, fast immer bei Katzen
  • bestimmte Medikamente
  • Gebärmutterentzündungen: Pyometra
  • psychische Ursachen (selten)

Um herauszufinden was Ihrer Katze oder Ihrem Hund fehlt, ist es meistens nötig, weitergehende Diagnostik wie z.B. eine Blutuntersuchung zu betreiben, um einzelne der über 30 Krankheiten nach und nach auszuschließen und am Ende den Auslöser identifizieren zu können. Auch bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall helfen dabei, weitere Differenzialdiagnosen abzuklären. Die Prognose einer PU/PD kann je nach Erkrankung sehr gut sein. Beispielsweise lässt sich ein Diabetes zwar meistens nicht heilen, aber wie in der Humanmedizin mit Insulingaben so gut kontrollieren, dass die Lebenserwartung des zuckerkranken Tieres nicht verkürzt sein muss.

Tierarztpraxis Haveldüne.
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